Wimmelbild mit der Situation der Sozialen Berufe

Arbeitsagoge*in FA

Als Arbeitsagoge*in mit eidg. Fachausweis begleitest du Menschen, die einen erschwerten Zugang zur Arbeitswelt haben. Das können zum Beispiel Menschen mit einer körperlichen oder kognitiven Beeinträchtigung sein, Menschen im Strafvollzug, Stellensuchende oder Personen mit einer Suchtthematik.

Du arbeitest in sozialen Institutionen und Organisationen oder auch in Unternehmen, die Arbeitsplätze für Menschen mit Unterstützungsbedarf anbieten. Als Arbeitsagogin oder Arbeitsagoge unterstützt du Menschen darin, ihre Fähigkeiten zu erkennen, ihre Aufgaben umzusetzen und sich einzubringen.

Deine Aufgabe ist es auch, neue Aufträge zu gewinnen und gemeinsam mit den begleiteten Menschen umzusetzen. Du entwickelst Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen und sorgst dafür, dass die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

Arbeitsagogen*innen denken also gleichzeitig sozial und wirtschaftlich

Berufsbezeichnung

Arbeitsagoge/ Arbeitsagogin mit eidgenössischem Fachausweis

Auftrag

Menschen bei der Arbeit begleiten, mit ihnen Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen Aufträge akquirieren.

Ausbildung

2 Jahre, berufsbegleitend
Wird vom Bund mitfinanziert.

Besonderes

Vielseitiges Arbeitsfeld und Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag und Produktionsauftrag.

Die Ausbildung

  • Dauer: 2 Jahre
  • Du brauchst eine Anstellung im Bereich Arbeitsagogik und in der Regel einen Abschluss auf Sekstufe 2
  • Berufsbegleitende Vorbereitungslehrgänge
  • Abschluss: eidgenössischer Fachausweis (Berufsprüfung)
  • Wird vom Bund finanziell unterstützt (Subjektfinanzierung)

Der Lehrgang bereitet dich auf die Abschlussprüfung (die eigentliche Berufsprüfung) vor. Wenn du die Berufsprüfung erfolgreich absolviert hast, erhältst du den eidgenössischen Fachausweis.

Voraussetzungen

Persönliche Eigenschaften

  • Freude an der Kombination von agogischen und praktischen Tätigkeiten
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit, Führungsaufgaben zu übernehmen
  • Kreativität
  • Flexibilität

Formale Voraussetzungen

  • Berufserfahrung im Bereich Arbeitsagogik
  • Abschluss auf Stufe Sek 2 (EFZ oder ähnliches)

Unsicher, ob du die Voraussetzungen für den Lehrgang erfüllst? Frage bei einem Kursanbieter nach.

Die Voraussetzungen für die Abschlussprüfung (Berufsprüfung) sind in der Prüfungsordnung (pdf) (Kapitel 3.3) definiert und werden in der Wegleitung (pdf) (Kapitel 3) detailliert beschrieben.

Perspektiven

Der Fachausweis als Arbeitsagoge*in macht dich zu einer Fachkraft mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss in der Arbeitsagogik.

Möchtest du dich weiter entwickeln, stehen dir verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen, zum Beispiel:

Zudem gibt es themenspezifische Weiterbildungen, die du besuchen kannst.

Vergleiche die Kursanbieter

Schau rein!

Wenn du noch keine Berufserfahrung im arbeitsagogischen Bereich hast, gehst du am besten ein paar Tage Schnuppern. So findest du heraus, ob deine berufliche Zukunft tatsächlich in diese Richtung gehen soll. Vielleicht probierst du sogar verschiedene Orte aus? Das Arbeitsfeld ist vielseitig! 

Nachfolgend ein paar Tipps, wie du Institutionen für ein paar Schnuppertage finden kannst:

  • Durchstöbere die Mitgliederliste des Verbands Arbeitsintegration Schweiz
  • Schau dir die Dienstleister von INSOS (Verband der Dienstleister für Menschen mit Beeinträchtigung) an
  • Suche auf heiminfo.ch nach einer Institution
  • Suche auf den Websites der Kursanbieter die Liste der Praxisinstitutionen/Partner oder frage direkt an, oftmals verfügen sie über Listen von möglichen Institutionen
  • Frage bei Arbeitgebenden an, die Stellen ausgeschrieben haben
  • Nutze dein privates Netzwerk: Vielleicht kennst du jemanden, der in diesem Bereich arbeitet?
  • Frage Betriebe, denen du im Alltag begegnest

Finde einen Arbeitgeber

Für die Ausbildung benötigst du eine Anstellung im arbeitsagogischen Bereich. Hier ein paar Links, wo du eine Stelle finden kannst:

Kosten und Lohn

Wieviel kostet die Ausbildung?

Die Vorbereitungskurse kosten ca. 18'000 Franken, aber der Bund zahlt dir die Hälfte (max. 9'500 Franken) zurück.

Für diese sogenannte «Subjektfinanzierung» gelten folgende Bedingungen:

  • Du hast die Modulkurse bei einem Anbieter besucht, der auf der Meldeliste des SBFI steht
  • Du bist an die Berufsprüfung angetreten (du musst sie nicht bestanden haben, um das Geld zu erhalten)

Die Abschlussprüfung kostet zusätzlich etwa 2'500 Franken.

Weitere Finanzierung nötig?

  • Informationen zu möglichen (kantonalen) Geldquellen: berufsberatung.ch
  • Verzeichnis der kantonalen Stipendienstellen
  • Informationen zu Bildungsdarlehen auf: educaswiss.ch
  • Es gibt Stiftungen, die Ausbildungen finanziell unterstützen: Umfangreiches Stiftungsverzeichnis auf fundraiso.ch
  • Wenn du bereits eine Anstellung im Sozialbereich hast: Suche das Gespräch mit dem Arbeitgeber und handle einen erwachsenengerechten Lohn während der Ausbildung aus
  • Frage dein Umfeld – Verwandte, Freund*innen, Bekannte – ob sie dich unterstützen, z.B. mit einem zinslosen Darlehen, das du nach der Ausbildung zurückzahlst

Wie viel verdiene ich während der Ausbildung?

Der Lohn während der Ausbildung ist Verhandlungssache zwischen dir und dem Arbeitgeber. Dabei kann dein Alter, deine bisherige Berufserfahrung aber auch der Arbeitsort eine Rolle spielen.

Wie viel verdiene ich nach der Ausbildung?

Wie viel du als Arbeitsagoge*in mit eidg. Fachausweis verdienst, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Grösse und Budget des Arbeitgebers, dein Alter, deine Berufserfahrung etc.

Als Orientierung könnten dir folgende Quellen dienen:

Ich will mehr wissen

Infoveranstaltung besuchen

An einer Infoveranstaltung erfährst du Einzelheiten über die Ausbildung und kannst Fragen stellen.

Die Kursanbieter organisieren regelmässig solche Veranstaltungen.

Mehr über den Beruf erfahren

Mehr Informationen zur Ausbildung resp. zum Beruf Arbeitsagoge*in mit eidg. Fachausweis:

Informationen zu Terminen, Anmeldung und Zulassung der Berufsprüfung: 

Adressen für Beratung

Brauchst du Beratung? Ein persönliches Gespräch bei einer Berufsberatung kann dir helfen, eine Entscheidung zu treffen:  

  • Adressen kantonale Berufsberatungen und Berufsinformationszentren
  • Camino: Individuelle Beratung und Orientierung für Laufbahnen im Berufsfeld Soziales
  • Adressen private Laufbahnberater*innen für Jugendliche und Erwachsene
  • viamia: kostenloses Angebot für die berufliche Standortbestimmung und Laufbahnberatung von Arbeitnehmenden über 40 Jahre
Soziale Berufe: welcher?