Wimmelbild mit der Situation der Sozialen Berufe

Fachmann*frau Betreuung Kinder EFZ

Als Fachmann*frau Betreuung Kinder (FaBe Kin) begleitest und unterstützt du Kinder in einer Kindertagesstätte, in einem Hort/Tagesschule oder in einem Kinderheim.

Jedes Kind ist einzigartig. Deine Aufgabe ist es, das Wohlbefinden und die Entwicklung jedes einzelnen im Auge zu behalten und zu fördern. Ein sehr verantwortungsvoller und abwechslungsreicher Job! Du beobachtest das Geschehen in der Gruppe und greifst wenn nötig ein. Jedes Kind soll sein Potenzial entfalten können.

In diesem Beruf hast du nicht nur mit kleinen Menschen zu tun: auch die Teamarbeit wird grossgeschrieben. Mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen der Kinder führst du regelmässig Gespräche.

In dem du Kinder professionell betreust, prägst du ihre Entwicklung mit.

Berufsbezeichnung

Fachmann/Fachfrau Betreuung Fachrichtung Kinder mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis

Auftrag

Kinder im Alltag begleiten und unterstützen, die Selbständigkeit der Kinder fördern, Austausch mit den Bezugspersonen der Kinder

Ausbildung

3 Jahre, es gibt verkürzte Varianten für Erwachsene

Besonderes

Oft regelmässige Arbeitszeiten, viel Geduld und Humor gefragt

Die Ausbildung

Je nach deiner Vorbildung und Berufserfahrung hast du verschiedene Möglichkeiten, wie du das EFZ erlangen kannst.

1. Reguläre Ausbildung

  • Dauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsorte: Lehrbetrieb, Berufsfachschule, überbetriebliche Kurse
  • Du bekommst einen Ausbildungslohn, dieser ist verhandelbar; die Kosten für die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse werden vom Kanton bzw. Betrieb übernommen, du bezahlst nur die Lehrmittel

Hinweis: Praktika sind per Gesetz keine Voraussetzung für die Lehre als Fachmann*frau Betreuung.

2. Verkürzte Ausbildung

  • Dauer: 2 Jahre
  • Ausbildungsorte: Lehrbetrieb, Berufsfachschule, überbetriebliche Kurse
  • Du bekommst einen (erwachsenengerechten) Ausbildungslohn (verhandelbar); die Kosten für die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse werden vom Kanton bzw. Betrieb übernommen, du bezahlst nur die Lehrmittel

Über die Verkürzung entscheidet das kantonale Berufsbildungsamt. SAVOIRSOCIAL, die Trägerin dieser Ausbildung, hat Empfehlungen dazu formuliert.

3. Direkte Zulassung zum QV («Art. 32»/Nachholbildung)

  • Dauer: ca. 2 Jahre
  • Du bereitest dich selbst auf die Abschlussprüfung (Qualifikationsverfahren) vor. Der Besuch der Berufsfachschule und der überbetrieblichen Kurse ist freiwillig, wird jedoch empfohlen. An gewissen Schulen gibt es spezielle Klassen für Erwachsene
  • Du benötigst keinen Lehrvertrag, sondern bist mit einem «normalen» Arbeitsvertrag angestellt und entsprechend entlöhnt
  • Kosten: das Qualifikationsverfahren ist kostenlos. Je nachdem, wie und wo du dich vorbereitest, fallen Kosten an.

Informiere dich bei der kant./reg. OdA deines Wohnkantons oder bei den Eingangsportalen der Kantone auf berufsberatung.ch über die Angebote in deiner Nähe!

4. Validierungsverfahren

  • Dauer: individuell, im Durchschnitt 18 bis 24 Monate
  • Du belegst anhand eines schriftlichen Dossiers, dass du alle erforderlichen Kompetenzen mitbringst, die im Bildungsplan stehen. Ein Expert*innen-Team überprüft dein Dossier und entscheidet, ob du noch gewisse Kurse besuchen musst, um die fehlenden Kompetenzen zu erwerben.
  • Kosten: Die Anmeldung kostet 90 Franken. Während des Verfahrens können weitere Kosten anfallen (z.B. für Beratung und Kursbesuche). Oft beteiligen sich die Kantone an den Kosten. Informiere dich über die Situation in deinem Wohnkanton.

Mehr Informationen zum Validierungsverfahren FaBe auf der Website von SAVOIRSOCIAL und auf zh.ch

Voraussetzungen

Persönliche Eigenschaften

Selbstverständlich solltest du gerne im Kontakt mit Kindern und ihren Bezugspersonen stehen.

Ausserdem wichtig:

  • Freude an der Arbeit im Team
  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
  • Bereitschaft zur Reflexion
  • Flexibilität

Formale Voraussetzungen

Je nach Weg (Ausbildungsform) werden andere Voraussetzungen verlangt:

Ausbildungsform

Alter

Vorbildung

Arbeitserfahrung

Reguläre 3-jährige Ausbildung

 

Obligatorische Schule

keine

Verkürzte 2-jährige Ausbildung*

20 J.

Obligatorische Schule

3 Jahre, 1 davon im Arbeitsfeld Betreuung

Direkte Zulassung zur Abschlussprüfung («Art. 32»)*

 

Obligatorische Schule und/oder EFZ

5 Jahre, 2 davon im Arbeitsfeld Betreuung

Validierungsverfahren

 

Obligatorische Schule

5 Jahre, 2 davon à 80% im Arbeitsfeld Betreuung

* Je nach Kanton können andere Voraussetzungen gelten. Informiere dich über die Angebote in deiner Nähe!

Standorte der Berufsfachschulen

Perspektiven

Mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als Fachmann*frau Betreuung Fachrichtung Kinder (FaBe Kin) giltst du als Fachperson im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung.

Möchtest du dich weiterentwickeln, steht dir eine breite Palette an Möglichkeiten offen, zum Beispiel:

Zudem gibt es andere Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der Branche, wie z.B. Krippenleitung oder themenspezifische Kurse.

Schau rein!

Wenn du noch keine Berufserfahrung in der familienergänzenden Kinderbetreuung hast, gehst du am besten ein paar Tage Schnuppern. So findest du heraus, ob deine berufliche Zukunft tatsächlich in diese Richtung gehen soll. Vielleicht probierst du sogar verschiedene Orte aus? Das Arbeitsfeld ist vielseitig!

Nachfolgend ein paar Tipps, wie du Betriebe findest, die du für ein paar Schnuppertage anfragen kannst: 

Finde eine Lehrstelle

Um die Ausbildung zu starten, brauchst du eine Lehrstelle oder eine Anstellung (je nach Ausbildungsform) in der Kinderbetreuung (Ausnahme: Validierungsverfahren). Hier ein paar Links, wo du eine Stelle finden kannst: 

Für den Einstieg in die Lehre FaBe ist ein mehrmonatiges Praktikum KEINE Voraussetzung!

Kosten und Lohn

Wieviel kostet die Ausbildung?  

Der Besuch der Berufsfachschule ist grundsätzlich kostenlos. Allenfalls fallen Kosten für Schulmaterial an. Je nach Ausbildungsform können auch für die Schule Kosten anfallen.

Weitere Finanzierung nötig? 

Hast du bereits eine Erstausbildung gemacht und musst selbst für deine Lebenskosten aufkommen? Eine Zweitausbildung ist meist mit finanziellen Einschränkungen verbunden.

Hier ein paar Links und Tipps, wie du möglichst ohne Geldsorgen zum Abschluss gelangst:

  • Informationen zu möglichen (kantonalen) Geldquellen: berufsberatung.ch
  • Verzeichnis der kantonalen Stipendienstellen
  • Informationen zu Bildungsdarlehen auf: educaswiss.ch
  • Es gibt Stiftungen, die Ausbildungen finanziell unterstützen: Umfangreiches Stiftungsverzeichnis auf fundraiso.ch
  • Wenn du bereits eine Anstellung im Sozialbereich hast: Suche das Gespräch mit dem Arbeitgeber und handle einen erwachsenengerechten Lohn während der Ausbildung aus
  • Frage dein Umfeld – Verwandte, Freund*innen, Bekannte – ob sie dich unterstützen, z.B. mit einem zinslosen Darlehen, das du nach der Ausbildung zurückzahlst.

Lohn während der Ausbildung

Der Lohn während der Ausbildung ist Verhandlungssache zwischen dir und dem Lehrbetrieb/Arbeitgeber. Je nach Alter, Ausbildungsform, Arbeitserfahrung und Arbeitgeber kann dieser unterschiedlich hoch sein.

Lohn nach der Ausbildung

Wie viel du als Fachmann*frau Betreuung verdienst, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Grösse und Budget des Arbeitgebers, dein Alter, deine Berufserfahrung etc. 

Als Orientierung könnten dir folgende Quellen dienen: 

Ich will mehr wissen

Wenn du mehr Informationen wünschst, empfehlen wir dir, die Website der Organisation der Arbeitswelt Soziales in deiner Region zu besuchen. Dort bekommst du regionalspezifische Informationen und kannst ggf. an einer Infoveranstaltung teilnehmen.

Regionale Infos Zürich

Regionale Infos Nordwestschweiz

Regionale Infos Mittelland

Regionale Infos Zentralschweiz

  • ZODAS, Zentralschweizer Organisation der Arbeitswelt Soziales
  • Erkunde den Beruf auf vollsozial.ch

Regionale Infos Genferseeregion

Regionale Infos Tessin

  • FORMAS, Associazione per la formazione nelle strutture sanitarie e negli istituti sociali del Cantone Ticino (auf italienisch)

Persönliche Beratung

Brauchst du Beratung? Ein persönliches Gespräch bei einer Berufsberatung kann dir helfen, eine Entscheidung zu treffen:  

  • Adressen kantonale Berufsberatungen und Berufsinformationszentren
  • Camino: Individuelle Beratung und Orientierung für Laufbahnen im Berufsfeld Soziales

Für mehr Informationen zum Beruf und Berufsfeld kannst du dich bei folgenden Organisationen erkundigen:

Soziale Berufe: welcher?